Bernard Williams on Philosophy and History

Mitherausgegeben mit Marcel van Ackeren. Oxford: Oxford University Press. 2025. Open-Access-PDF.

Für Bernard Williams sind Philosophie und Geschichte in wichtiger Weise miteinander verbunden. Seine Arbeit nutzt diese Verbindung in mehrere Richtungen: Er meint, dass die Philosophie ihre eigene Geschichte nicht ignorieren kann wie die Wissenschaft; dass man selbst dann, wenn man sich der Geschichte der Philosophie primär um der Geschichtsschreibung willen zuwendet, auf Philosophie zurückgreifen muss; und dass, wenn man Philosophiegeschichte primär betreibt, um Philosophie zu machen, dennoch ein Sinn für die historische Distanz vergangener Philosophen erforderlich ist, weil der Sinn ihrer Lektüre darin besteht, etwas zu begegnen, das sich von der Gegenwart unterscheidet. Williams vertritt ausserdem, dass die systematische Philosophie selbst historisch betrieben werden muss, indem sie sich nicht nur mit ihrer eigenen Geschichte, sondern mit der Geschichte der Begriffe befasst, die sie zu verstehen sucht. Um diese verschiedenen Weisen zu erkunden, in denen Philosophie und Geschichte ineinandergreifen, versammelt der Band eigens beauftragte Beiträge von A. W. Moore, Terence Irwin, Sophie Grace Chappell, Catherine Rowett, Marcel van Ackeren, John Cottingham, Gerald Lang, Lorenzo Greco, Paul Russell, Carla Bagnoli, Peter Kail, David Owen, Giuseppina D’Oro, James Connelly, Matthieu Queloz, Nikhil Krishnan, John Marenbon, Ralph Wedgwood, Garrett Cullity, Hans-Johann Glock, Geraldine Ng, Ilaria Cozzaglio, Amanda R. Greene und Miranda Fricker. Sie nehmen Williams’ Arbeit in und über die Geschichte der Philosophie ebenso kritisch in den Blick wie seine „historicistische Wende“ und seinen Gebrauch der Genealogie. Der Band verbindet auf einzigartige Weise substanzielle Diskussionen historischer Figuren von Homer bis Wittgenstein mit methodologischen Überlegungen dazu, wie und warum Philosophiegeschichte betrieben werden sollte und wie und warum Philosophie auf Geschichte zurückgreifen sollte.